Zentral, kooperativ, gemeinschaftlich

ssd. Das wird interessant: 18 Tageszeitungen in 7 Bundesländern gibt die Mediengruppe Madsack heraus. Künftig soll eine Zentralredaktion mit der schönen Bezeichnung RedaktionsNetzwerk Deutschland die überregionale Berichterstattung liefern. Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur, Service, Reportage, Panorama, Wochenende. 35 Stellen sind dafür geplant. Einheitsbrei oder Stärkung der Qualität des überregionalen Teils? Andere werden aufmerksam hinsehen – und die Zahl der wegfallenden Stellen registrieren.
„Kooperation auf Augenhöhe“ soll die Basis der Kooperation der Mediengruppe Oberfranken mit der Mediengruppe Main-Post sein. Auch dort geht es um den Mantelteil. Ab 1. Februar 2014, möglichst ohne betriebsbedingte Kündigungen, wie die Geschäftsführung in Bamberg verlauten lässt. In Würzburg werden auch Inhalte der Augsburger Allgemeinen in den Mantel gerührt. Unterfranken, Oberfranken und Schwaben, Hauptsache Bayern.
In Berlin läuft die Redaktionsgemeinschaft für die Abo-Titel der Mediengruppe M. DuMont Schauberg schon seit April 2010. Berlin, Köln, Halle und Frankfurt. Neuerdings werden die Leistungen auch Partnern außerhalb der Gruppe angeboten. Wer will noch mal?

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Viel Bildung – wer zahlt?

Eine weitere Bildungsakademie? Um neue Einnahmepotenziale zu generieren? Zukunftsfähige Geschäftsmodelle sehen wahrscheinlich anders aus. Die Akademie mit der schönen Vernüpfung „Zeit für Wissen“ ist eine von mehreren Ideen des Managements im Zeitungshaus M. DuMont Schauberg (Kölner Stadt-Anzeiger, Express, Kölnische Rundschau). Die Verlagsspitze hat ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in einem Katalog mit 28 Fragen und Antworten erläutert, warum 84 Stellen abgebaut werden sollen. Weitere Vorhaben: Ausbau der digitalen Aktivitäten, neues E-Paper-Angebot, bessere Vermarktung der Apps. Wer den Markt kennt, weiß, dass dies allenfalls Trostpflaster sind.
Apropos Akademie: Medienschaffende werden wohl kaum die Zielgruppe für attraktive Einnahmepotenziale sein. Wer derzeit versucht, Journalistinnen und Journalisten von Printmedien bessere Zukunftschancen durch Qualifizierung vermitteln zu wollen, läuft vor die Wand. Selbst kostenlose Seminarangebote werden kaum gebucht, da Redaktionsleitungen ihr knappes Personal nicht frei stellen und schon gar nicht die Reisekosten übernehmen wollen.

Unsere Burenrepublik

ssd. Die Koalitionsverhandlungen und die Frauenquote – der bekannte Aufschrei wabert heute durch den deutschen Blätterwald. Dieser Kommentar von Handelsblatt-Herausgeber Garbor Steingart sollte dabei nicht untergehen, O-Ton aus dem „Handelsblatt Morning Briefing“:

„Die von Union und SPD gestern beschlossene Frauenquote spaltet die Wirtschaft. Viele Arbeitgeber und auch der BDI warnen von einem massiven Eingriff in die unternehmerische Freiheit. Diese Erregung spricht nicht gegen die Frauenförderung, wohl aber gegen ihre Gegner. In ein paar Jahren werden die sich vermutlich der Vehemenz schämen, mit der sie auf Ausgrenzung von 50 Prozent unserer Bevölkerung bestehen. Erinnerungen werden wach – auch an die ökonomischen Hilfsargumente des Apartheid-Regimes in Südafrika. Unsere Burenrepublik heißt derzeit BDI.“

Los geht’s

ssd. Büro ssd Kommunikation, Goldstraße, Bielefeld. Geschafft, die Seite steht. Julia F. Negri hat sich durch WordPress gekämpft (tricky!), Menüs und Kategorien angelegt. Ziel und Zweck, Impressum und Partner sind kommuniziert, es kann losgehen. Lesen! lohnt sich auch schon. Übrigens: Heute vor zwei Jahren haben wir 25 Jahre ITZ Initiative Tageszeitung in der NRW Landesvertretung in Berlin gefeiert.