Pflicht zur Weiterbildung

ssd. „Wie sichern wir Qualität und Innovation?“ Das war das Thema der 1. ITZ Zukunftswerkstatt „Zeitung 2011“, die in Kooperation mit der Neuen Westfälischen Zeitung am 14. Juni 2007 in Bielefeld stattfand.
Qualität kommt vom lateinischen Wort „Qualitas“, was soviel bedeutet wie „Eigenschaft“ oder „Beschaffenheit“. Beide Begriffe sind erst einmal wertungsfrei und können sowohl positiv als auch negativ ausgelegt werden. „Qualität im Journalismus definieren zu wollen, gleicht dem Versuch, einen Pudding an die Wand zu nageln“, lässt sich Prof. Dr. Stephan Ruß-Mohl von der Università della Svizzera italiana in Lugano gerne zitieren.
Der damalige NW-Chefredakteur Dr. Uwe Zimmer skizzierte 2007 die Bemühungen der Redaktion, „die Zeitung an die Leser zu kriegen“. Zeitungen müssten zwischen Qualität und Quote jonglieren: „So viel Qualität wie möglich, so viel Quote wie nötig, ist das Credo einer Qualitätszeitung. Am Boulevard geht’s genau andersrum.“
In Zeiten eines knallharten Wettbewerbs um Aufmerksamkeit, Zeit und Geld der potenziellen Zielgruppen musste sich auch die NW immer wieder die Frage stellen: „Weshalb soll man die NW kaufen? Was ist der USP (unique selling proposition, das einzigartige Verkaufsargument)? Was sind wir und was können wir?“
Nur im Lokalen können die Zeitungen heute ihre Qualitäten ausspielen. In den Redaktionen, so der erfahrene Chefredakteur Zimmer, gehe es darum, ein Qualitätsbewusstsein zu erzeugen und tagtäglich daran zu arbeiten, dass einmal definierte Standards auch eingehalten werden. An Qualität arbeiten bedeutete für Zimmer auch, dass Redakteurinnen und Redakteure an ihrer persönlichen Qualität und geistigen Mobilität arbeiten: „Es gibt eine Pflicht zur Weiterbildung!“
Mit Blick auf die „Zeitung 2011“ prognostizierte Zimmer eine Beschleunigung des Auflagenrückgangs allein schon durch die demographische Entwicklung. Hinzu komme die Tatsache, dass es immer noch keine wirksamen Maßnahmen gibt, um den Rückgang besonders bei jungen Leserinnen und Lesern zu stoppen.
Für die Journalistinnen und Journalisten der Zukunft sah er 2007 die Herausforderung der multimedialen Arbeitsorganisation und die zunehmende Spezialisierung. Permanente Schulung und konsequente Weiterbildung seien unabdingbar – „doch wenn Sie mich fragen, ob Sie unter dieser Voraussetzung künftig sichere Arbeitsplätze haben werden, kann ich Ihnen nur sagen: Nein! Sie haben nur eine Chance, wenn Sie richtig gut sind.“

Die Dokumentation der 1. ITZ Zukunftswerkstatt „Zeitung 2011“ steht auf der Website der ITZ:
http://www.initiative-tageszeitung.de/fileadmin/seminare/itz_zukunft1_bi_14_06_07.pdf

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