Gesucht: Informationsbroker

jfn. Wer die Jüngsten der Gesellschaft beobachtet, weiß, wohin die Reise geht. Multimedial – für Kinder ein Klacks. Smartphone, Tablets und Internet beherrschen schon Dreijährige spielerisch, Fernsehen ist Alltag, Radio gerät ins Abseits. Und Printprodukte? Ein Markt wie nie zu vor: Das gute alte Kinderbuch läuft in den letzten Jahren zur Höchstform auf. Nicht selten wurden erfolgreiche Kinderbücher für Fernsehen und Kino adaptiert, Hörbücher herausgegeben oder in Websites aufbereitet. Für Kinder eine Selbstverständlichkeit. Sie sind es gewohnt, dass ein Produkt über mehrere Kanäle verfügbar ist. Crossmedial heisst das Zauberwort.

Crossmedia bezeichnet die Kommunikation über mehrere inhaltlich, gestalterisch und redaktionell verknüpfte Kanäle. Der Begriff wurde in der Medienbranche zunächst im Online-Journalismus entwickelt. Heute werden im gesamten Journalismus crossmediale Konzepte eingesetzt. Mit starken Auswirkungen auf das Berufsbild und die Arbeitswelt der Redakteurinnen und Redakteure. Mit diesen Veränderungen setzten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 5. ITZ-Zukunftswerkstatt „Zeitung 2011“ auseinander. Das Thema: „Crossmedial und multioptional – Zukunftsszenarien für journalistische Arbeitsplätze“ lautete. Die Zukunftswerkstatt fand am 4. März 2008 in Kooperation mit der Rhein-Zeitung in Koblenz statt.

Crossmediales Denken und Arbeiten gehörte im Jahr 2008 längst zum Redaktionsalltag von Tageszeitungen. Das Printmedium dehnte sein Angebot auf Online, Web TV, Podcast und andere Formen aus. Die Lösungen in den Verlagshäusern sind indessen bis heute sehr unterschiedlich. Von „online first“ bis hin zu „Crossmedia-Storytelling“ ist alles vertreten.

Für Joachim Türk, damaliger Chefredakteur der Koblenzer Rhein-Zeitung, waren die Prioritäten 2008 klar: „Wir glauben an die Zeitung. Ohne Zeitung ist dieses Unternehmen nichts wert.“ Gleichzeitig will und wollte die Rhein-Zeitung die Informationskanäle bedienen, die von den Leserinnen und Lesern benutzt werden: Internet, Handy, Radio. Um die Inhalte „zentral zu sammeln, abzuschmecken und in die verschiedenen Kanäle zu verteilen“, entschied sich die Rhein-Zeitung sich im Frühjahr 2007 für die Einrichtung eines „Newsdesks“. Von hier aus werden Schwerpunkte bis ins Lokale hinein gesteuert. Themen werden aufgespürt und als Projekt für alle Verbreitungskanäle begriffen. Konsequent werden vom Newsdesk der Rhein-Zeitung aus auch die weiteren Medien RPR1 (Rheinland-Pfalz-Radio 1), www.rhein-zeitung.de und Web TV bedient.

In den Arbeitsgruppen der 5. ITZ-Zukunftswerkstatt wurden die weitreichenden Konsequenzen dieser Entwicklung diskutiert. Es ging um Aus- und Weiterbildung, Redaktionsalltag und Qualität. Für Türk stand fest: „Wir brauchen Informationsbroker, die unseren Lesern Nachrichten in der richtigen Form zur richtigen Zeit anbieten“, so sein Fazit.

Die Dokumentation der 5. ITZ Zukunftswerkstatt „Zeitung 2011“ steht auf der Website der ITZ zur Verfügung.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s