ITZ-mehrWERT: LESERDIALOG

jfn. Zeitungen sollten keine kommunikative Einbahnstraße sein. Wer sich erfolgreich am Markt behaupten will, muss den Dialog mit seinen Leserinnen und Lesern suchen. Vor allem dann, wenn es um Ärger und Beschwerden geht. Vom Frust der Leser profitieren; drei Modelle dazu bot das ITZ-THEMENSPEZIAL 1/2006: LESERDIALOG ONLINE

ITZ-mehrWERT: Fehlermanagement

jfn. Aus Fehlern und Scheitern lernen – wer möchte das nicht. Fehler machen alle, auch Journalistinnen und Journalisten. Von Flüchtigkeitsfehlern bis hin zur Zeitungsente ist alles dabei. Das ITZ-Themenspezial 2/2006 nahm Fehler unter die Lupe. Wie gehen Tageszeitungen damit um? Wie tragen Fehler dazu bei, die Qualität zu steigern? FEHLERMANAGEMENT

ITZ-mehrWERT: Small is beautiful

jfn. Mit dem weltweiten Trend zur Formatumstellung befasste sich das ITZ-Themenspezial 4/2007. Hans-Dieter Gärtner, lange Jahre Chef der Zeitungs Marketing Gesellschaft (ZMG) und Past-Präsident der International Newspaper Marketing Association (INMA), zeigte auf, wie das Zeitungsland Deutschland im internationalen Vergleich einzuordnen ist. Beispiele aus Nachbarländern deuteten auf einen Trend: SMALL IS BEAUTIFUL

Es berichtet Kollege Roboter

jfn. „Wir sind auf alles programmiert und was du willst wird ausgeführt“ textete die Düsseldorfer Band Kraftwerk 1978 in ihrem Song „Roboter“. Gut 40 Jahre später macht die Mensch-Maschine auch vorm Journalismus nicht mehr halt: Der „automated journalism“ hat sich in den USA bereits etabliert. Sportergebnisse, der Wetterbericht oder Börsenkurse: mit dem entsprechenden Algorithmus ist es möglich, Daten auszuwerten und nach vorgefertigten Satzbausteinen Texte zu verfassen.
Nun schwappt die Welle nach Deutschland: „Roboterjournalismus“, das klingt nach schlechter Online-Übersetzung und wie ein Widerspruch in sich. Doch es hängt davon ab, wofür die Software – denn nichts anderes verbirgt sich dahinter – zum Einsatz kommt. Die „Berliner Morgenpost“ etwa testet ein Programm, das fortlaufend Artikel über die aktuelle Feinstaubbelastung verfasst (FAZ 22.8.2014).
Im Finanz- und Sportjournalismus schreiben laut absatzwirtschaft (6/14) Algorithmen innerhalb von Millisekunden hunderte Nachrichtentexte. Der Roboterjournalist AX der Stuttgarter Kommunikationsagentur Aexea sei, so Geschäftsführer Salim Alkan, in der Lage, mehr als 3,6 Millionen Texte pro Tag zu liefern, in acht Sprachen gleichzeitig. Big Data macht’s möglich.

Ein Hoch auf den „Biojournalismus“

Derweil verteidigt „Wirtschaftswoche“-Chefredakteurin Miriam Meckel im Handelsblatt den Biojournalismus. Gemeint ist der Journalismus von Menschenhirn und -hand. Dazu müssten die Journalisten lernen, die Chancen neuer Technologien zu erkennen und für sich zu nutzen. Als Recherchemittel sind Roboterjournalisten nach Meckels Meinung eine Unterstützung – und keine Gefahr.
Für den Qualitätsjournalismus drohe erst recht keine Gefahr: Nichts und niemand nimmt dem Menschen das Denken ab. Miriam Meckel: „Journalismus kann durch gute, auch investigative Recherche Themen setzen, die Unbekanntes bekannt machen, also für neue Sichtweisen, Perspektivwechsel sorgen. In einer umfassend berechneten Welt ist journalistische Unberechenbarkeit eine Notwendigkeit und ein Marktvorteil.“

ITZ-mehrWERT: Außendarstellung

jfn. Mehr Mut zur Selbstdarstellung – damit befasste sich das ITZ-Themenspezial 2/2007. Boggerinnen und Blogger machen es vor: den Dialog auf Augenhöhe in Chats Foren und Communities. Selbstbewusst, spontan und locker war die Tonalität. Von dieser „Öffentlichkeitsarbeit in eigener Sache“ konnten auch Printprofis lernen: AUßENDARSTELLUNG VON REDAKTIONEN UND VERLAGEN

Voll auf die Presse

ssd. Verlage verdienen weniger Geld, Redaktionen werden geschrumpft, das Internet produziert neue Spielregeln, die Leserinnen und Leser wollen mitreden. Harte Zeiten für den Journalismus, der mit existenziellen Problemen kämpft. Mitten in die Diskussionen ums Geld schwappt eine Glaubwürdigkeitskrise übers Land. In den sozialen Medien sind Beschimpfungen und Verschwörungstheorien an der Tagesordnung. Da wird drauflosspekuliert, dass verlogene, korrupte und gemeine Journalisten die Medien beherrschen.
Ausgerechnet ein Top-Politiker macht sich Sorgen über eine Schwächung des Journalismus. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat bei der Verleihung der „LeadAwards 2014“ am 14. November in Hamburg Klartext gesprochen. Am Tag darauf krönte eine gekürzte Fassung seiner Rede die erste Seite des FAZ Feuilletons.

Qualität, Relevanz und Vielfalt
Liebevoll aber deutlich kritisiert Steinmeier einen Berufsstand, den er nicht missen möchte, denn: „Wir brauchen sie, die kritischen, fundierten, relevanten Berichte.“ Aber auch: „Der Meinungskorridor war schon mal breiter. Es gibt eine erstaunliche Homogenität in deutschen Redaktionen, wenn sie Informationen gewichten und einordnen. Der Konformitätsdruck in den Köpfen der Journalisten scheint mir ziemlich hoch.“

Was tun, um aus der Krise zu kommen? „Mit Sparen allein wird das nicht gehen. Wichtiger ist vielleicht, sich auf das Fundament des Erfolgs zu besinnen: Qualität, Relevanz und Vielfalt. Es geht um die richtigen Prioritäten. Das heißt: Journalismus zuerst!“

Das ultimative Rezept ist das natürlich nicht, aber es tut gut: „Es muss alles getan werden, damit Journalisten weiterhin gute Arbeit leisten können. Die Medienwirtschaft ist keine Branche wie jede andere. Deshalb hoffe und vertraue ich darauf, dass die Presse die aktuellen Krisen meistert. Wir brauchen sie!“
LEAD ACADEMY für Medien e. V.

Kreativer Aderlass
Ins gleiche Horn tutet Ingrid Kolb, von 1995 bis 2006 als Nachfolgerin von Wolf Schneider Leiterin der Henri-Nannen-Journalistenschule von Gruner + Jahr. Die 73-Jährige hat einen Brief an die Vorstandsvorsitzende des Verlags, Julia Jäkel, geschrieben. Sie kritisiert die Entlassung von 25 Redakteurinnen und Redakteuren bei „Geo“ und „Brigitte“ – die erfolgreichsten Magazine und Zeitungen würden schließlich von Menschen gemacht, die sich mit ihrem Blatt identifizieren. Bei der „Brigitte“ soll das schreibende Personal gen Null reduziert werden. Kolbe zornig: „Genauso gut könnte die Lufthansa sagen: Fliegende Piloten entfallen.“

Verlagschefin Jäkel hat jetzt Zeit genug, an der Neuausrichtung des Verlags zu arbeiten, der Anfang November 2014 komplett von Bertelsmann übernommen worden ist. Ihr Vertrag wurde um fünf Jahre verlängert. Sie und ihre Vorstandskollegen Oliver Radtke und Stephan Schäfer werden dann allerdings Geschäftsführer, Julia Jäkel Vorsitzende der Geschäftsführung. Denn G+J wird in eine GmbH & Co. KG. umgewandelt.