Für Toleranz und Weltoffenheit

ssd. Da sind sie ja wieder: Brandanschläge auf Flüchtlingsheime, lodernde Zeichen für Fremdenfeindlichkeit. Hetz-Parolen und Hakenkreuze an Hauswänden. Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes, gespenstische Protestmärsche der Pegida-Beifallklatscher. „Hooligans gegen Salafisten“, populistische Eurogegner und Anti-Islam-Hetzer mischen sich mit demokratiemüden Bürgerinnen und Bürgern.

„Platt, polemisch, populär?“ So lautete die Fragestellung beim „ITZ Infotag für Lokaljournalisten gegen Extremisten und Populisten“ im September 2006 in Wetzlar. Geboten wurden unter anderem Argumentationstrainings gegen Stammtischparolen und Thesen von Rechtsaußen.

BDZV Kampagne gegen Fremdenhass
Ende 1992 hatten sich die deutschen Zeitungsverleger mit einer Gemeinschaftskampagne „Ausländerhaß – wir sagen nein!“ engagiert. Der BDZV Mediendienst „Die Zeitung“ feierte in der Ausgabe Januar/Februar 1993 einen grandiosen Erfolg. Weit über 100 Titel mit einer Auflage von fast 10 Millionen Exemplaren waren dabei: Gegen Hass und Gewalt gegen Ausländer, für Toleranz und Weltoffenheit. Ein Modell für 2015!?

Eingreifen für Verständigung
„Die gegenwärtige Asyldebatte ist von Hysterie geprägt“, stellte am 1. Oktober 1992 der Berufsverband Deutscher Psychologen in einer Presseerklärung dar. Im Dezember 1992 gab es das ITZ Seminar „Lokaljournalisten im Herbst 1992 – Anspruch und Wirklichkeit“ in Augsburg. Dipl.-Pol. Thomas Kliche aus Hamburg hielt ein beeindruckendes Referat mit dem Titel „Die Angst, die dahinter steckt“. Der wichtigste Tipp: „Die eigenen Gefühle ernst nehmen!“ Die wichtigste Botschaft: „Journalismus ist Eingreifen für Verständigung!“

Im März 1993 lud die Bundeszentrale für politische Bildung zu einem Modellseminar nach Gummersbach ein. Die Überfälle in Hoyerswerder und Rostock waren noch frisch. Eine Woche lang ging es in Kooperation mit der ITZ um „Ausländer, Asyl, Gewalt – Lokale Konzepte für Reizthemen.“

Wir lernen: Ideen, Konzepte und Erklärungsversuche liegen im Archiv. Zeitungen bewegen immer noch Millionen von Menschen. Was hindert sie daran, sich selbst zu bewegen?

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