Leserinnen = Einkaufsentscheiderinnen

ssd. Mit Blick auf die Bedürfnisse der Leserinnen finden sich im ITZ Archiv nur wenige Versatzstücke in Seminardokumentationen. Diese sind immerhin stets mit dezenten Hinweisen verbunden, dass mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland weiblichen Geschlechts sind und Frauen immer noch die Einkaufsentscheider – mithin die wichtigste Zielgruppe für Anzeigen und Prospekte. Und heute extrem aktiv in den Sozialen Medien.

Media-Analysen, ZMG Untersuchungen oder ReaderScan-Ergebnisse kommen seit vielen Jahren zu identischen Aussagen: Leserinnen werden immer noch missachtet. Frauen interessieren sich stärker für ihre unmittelbare Lebenswelt – die klassische Stärke von Lokal- und Regionalzeitungen. Mehr Menschen, mehr Farbe, mehr Nutzen, Reportagen, Porträts und Interviews: Wenn Frauen gefragt werden, sagen sie klar, was sie wollen. Und: Eine „weiblichere“ Zeitung ist auch für jüngere Leserinnen und Leser attraktiv. Aber bitte kein „Frauen-Ghetto“.

Frauen und Fußball
Besonders schön liest sich aus heutiger Sicht die Seminarfrage nach dem Sport und der Leserin – ein dicker Aktenordner erzählt aus dem Jahr 2006 und dokumentiert das ITZ Seminar „Noch 100 Tage bis zur WM“. Unter „WM lokal“ wurde in Frankfurt diskutiert: „Der Fußball und die Frauen“. Leider ist das Material nicht online zugänglich, daher hier die Debatte nur in Auszügen.

Wegweisend die Themenideen:

„Die Spieler der WM in den Fokus der Frauen holen. Man kann Wahlen für Frauen veranstalten (Wer ist der hübscheste Spieler? Welcher Spieler hat den besten Körper/Haarschnitt/Po… Auch Fachfragen sind hier durchaus zulässig.)…“

„Frauen sehen Fußball: Wie machen sie das? Wo gucken die? Vielleicht versammeln wir als Redaktion auch einfach ein paar Frauen zu einem Kaffeekranz- oder Sekt-Fußballabend …“

„Einen Kinder-Mütter-Kick organisieren“

„An einigen Volkshochschulen werden spezielle Fußball-Schulungskurse für Frauen angeboten. Auch wir als Zeitung könnten Fachbegriffe klären oder klären lassen, vielleicht auch von einer Fußball spielenden Frau“.

Und dann noch die Muffelfrauen: „Eine Meckerecke für Frustrierte einrichten, Flucht vor dem Fußball, Nachfrage in Reisebüros.“

Neben diesen teils skurril anmutenden Ansätzen soll ein weiteres Thema nicht verschwiegen werden: „Gewalt gegen Frauen: Werden Frauen zu Opfern frustrierter Fans? Wie können sie sich in solchen Situationen wehren?“

Mehr zum Thema: Media-Analyse Tageszeitungen
Die Tageszeitungsnutzung wird gemeinsam mit den Zeitschriften in der Media-Analyse (ma) in 39.000 Interviews in zwei Wellen erhoben. Aufgrund der meist regionalen Verbreitung der Tageszeitungen werden diese im Unterschied zu Zeitschriften auf Basis von annähernd 140.000 Fällen ausgewiesen. Die Veröffentlichung erfolgt in Berichten und Datensätzen für den „Leser pro Ausgabe“. Der Datensatz repräsentiert mit etwa 1600 Belegungseinheiten nahezu 100 Prozent des deutschen Zeitungsmarkts.

Die Readerscan-Methode
Das elektronische Verfahren zur Erfassung des Leseverhaltens bei Printmedien wurde vom Schweizer Carlo Imboden entwickelt. Imboden hat bereits vor zehn Jahren auf das enorme Potenzial der Tageszeitung in der Zielgruppe Frauen verwiesen. Zum Beispiel in der Fachzeitschrift „medium magazin“.

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