Total lokal: die Drehscheibe

jfn. Lokaljournalismus ist wertvoll und wichtig, spannende Themen aufzuspüren ist jedoch nicht immer einfach. „Redaktionen in ihrer Alltagsarbeit unterstützen“ – das war nicht nur eines der Ziele der 1996 gegründeten Initiative Tageszeitung, sondern auch Sinn und Zweck der „Drehscheibe“. Die Heftreihe wurde monatlich vom Projektteam Lokaljournalisten im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegeben und erschien 20 Jahre lang im ITZ-Verlag. In insgesamt 245 Ausgaben fanden sich zahlreiche Tipps und Anregungen für Lokalredaktionen. Die „Drehscheibe“ diente als immerwährender Ideenpool und erteilte zudem fachkundige Ratschläge in Sachen Recht und Ethik. Dafür wurden monatlich 40 Zeitungen und Einsendungen von Redaktionen ausgewertet, neue Themen oder neuen Darstellungsformen aufgespürt und nachahmenswerte Beiträge archiviert.

Frische Ideen direkt in die Redaktion
Aus Lokalredaktionen, für Lokalredaktionen: Die „Drehscheibe“ hielt, was sie versprach. Zahlreiche Zeitungshäuser hielten das Heft im Abo. Im Mai 2006 erschien die „Drehscheibe“ zum letzten Mal im ITZ-Verlag, eine notwendig gewordene bundesweite Ausschreibung des Projektes durch die Bundeszentrale beendete die Kooperation.
Doch gute Ideen leben weiter. Seit Juli 2006 realisiert Raufeld Medien mit Sitz in Berlin im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung das Heft. Auch heute ist jede Ausgabe einem Titelthema (Dossier) gewidmet und präsentiert originelle Ideen und Umsetzungsbeispiele. Im Magazin-Teil werden aktuelle Entwicklungen im Lokaljournalismus aufgegriffen, Redaktionsmanagement und Fragen des journalistischen Handwerks thematisiert. Und in der Ideenbörse werden themenunabhängig nachahmenswerte Ideen aus Lokal- und Regionalzeitungen vorgestellt.

Reinschauen lohnt sich. Lokaljournalismus auch.

Drehscheibe

Advertisements

ITZ-mehrWERT: Fehlermanagement

jfn. Aus Fehlern und Scheitern lernen – wer möchte das nicht. Fehler machen alle, auch Journalistinnen und Journalisten. Von Flüchtigkeitsfehlern bis hin zur Zeitungsente ist alles dabei. Das ITZ-Themenspezial 2/2006 nahm Fehler unter die Lupe. Wie gehen Tageszeitungen damit um? Wie tragen Fehler dazu bei, die Qualität zu steigern? FEHLERMANAGEMENT

Couragiert voraus

jfn. Berufsanfängern mangelt es nicht an Ideen. Auch nicht an Zielen. Aber oftmals an Mut. „Seien Sie morgen einmal mutig, einmal selbstbewusst, einmal mit Spaß bei der Sache. Und sagen Sie’s den anderen!“ lautete daher der Schlussappell bei der 11. ITZ Zukunftswerkstatt „Zeitung 2011“, die im Februar 2011 in Köln stattfand.

Das Thema lautete „Fit für die Zukunft? – Perspektiven und Karriereorientierung am Beginn eines langen Berufsweges“. Wofür stehe ich? Weiß ich, wo ich hinwill – und wissen es die anderen? Vor allem meine Vorgesetzten? Plane ich eine zeitraubende Karriere? Oder zielt meine Lebensplanung auf Work-Life-Balance? Wie will ich dann Verantwortung und interessante Perspektiven im Beruf mit Familie und Freizeit unter einen Hut bekommen? Wie definiere ich Arbeit und Erfolg im Beruf? Habe ich einen Plan für die nächsten drei, für die nächsten zehn Jahre? Ist Journalismus für mich Leidenschaft oder Übergangssituation? Werde ich in der Redaktion gefördert? Was weiß mein Chef von mir? Viele Fragen, auf die Berufseinsteiger eine Antwort suchen. Die ITZ Zukunftswerkstatt verwies auf Mut, Selbstbewusstsein und Selbstreflexion.

Kooperationspartner war die Fachhochschule des Mittelstands (FHM), Campus Köln, die bei der Ausbildung ihrer Studierenden großen Wert auf den Praxisbezug legt. „Journalisten werden immer mehr zu Allroundern. Es reicht nicht mehr, 80 Zeilen schreiben zu können“, so Prof. Dr. Jens Große, Leiter des Kölner Campus.

Die vollständige Dokumentation steht auf der Website der ITZ zur Verfügung.

Das Netz im Kopf

jfn. „Berufsperspektiven junger Journalistinnen und Journalisten – wer bezahlt mich wofür?“ Dieser Frage gingen am 11. Juni 2008 die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 7. ITZ Zukunftswerkstatt „Zeitung 2011“ nach. Kooperationspartner war die Neue Ruhr / Neue Rhein Zeitung in Essen. Im Journalismus bestehen könne nur, wer crossmedial denke und arbeite, war sich der stellvertretende Chefredakteur Manfred Lachniet sicher. „Eine Idee für ein Bild, für den Auftritt im Netz muss immer schon im Kopf sein“, betonte er. Die Qualität habe immer oberste Priorität: „Egal für welches Medium, unser Augenmerk auf Qualität bleibt bestehen: verifizieren, recherchieren.“

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestätigten, dass crossmediales Denken bereits im Jahr 2008 zum Alltag jedes Journalisten gehöre. Jedoch müssten Journalisten nicht jede Spielart – Block, Mikrofon und Videokamera – gleichermaßen gut beherrschen. Auch werde es weiterhin Spezialisten für die klassischen Themengebiete geben, die dann aber entsprechend für die verschiedenen Kanäle aufbereiten werden.  „Die Chancen sind da. Es gibt genug Arbeit“, brachte es ein Teilnehmer auf den Punkt.

Die vollständige Dokumentation steht auf der Website der ITZ zur Verfügung.

Pflicht zur Weiterbildung

ssd. „Wie sichern wir Qualität und Innovation?“ Das war das Thema der 1. ITZ Zukunftswerkstatt „Zeitung 2011“, die in Kooperation mit der Neuen Westfälischen Zeitung am 14. Juni 2007 in Bielefeld stattfand.
Qualität kommt vom lateinischen Wort „Qualitas“, was soviel bedeutet wie „Eigenschaft“ oder „Beschaffenheit“. Beide Begriffe sind erst einmal wertungsfrei und können sowohl positiv als auch negativ ausgelegt werden. „Qualität im Journalismus definieren zu wollen, gleicht dem Versuch, einen Pudding an die Wand zu nageln“, lässt sich Prof. Dr. Stephan Ruß-Mohl von der Università della Svizzera italiana in Lugano gerne zitieren.
Der damalige NW-Chefredakteur Dr. Uwe Zimmer skizzierte 2007 die Bemühungen der Redaktion, „die Zeitung an die Leser zu kriegen“. Zeitungen müssten zwischen Qualität und Quote jonglieren: „So viel Qualität wie möglich, so viel Quote wie nötig, ist das Credo einer Qualitätszeitung. Am Boulevard geht’s genau andersrum.“
In Zeiten eines knallharten Wettbewerbs um Aufmerksamkeit, Zeit und Geld der potenziellen Zielgruppen musste sich auch die NW immer wieder die Frage stellen: „Weshalb soll man die NW kaufen? Was ist der USP (unique selling proposition, das einzigartige Verkaufsargument)? Was sind wir und was können wir?“
Nur im Lokalen können die Zeitungen heute ihre Qualitäten ausspielen. In den Redaktionen, so der erfahrene Chefredakteur Zimmer, gehe es darum, ein Qualitätsbewusstsein zu erzeugen und tagtäglich daran zu arbeiten, dass einmal definierte Standards auch eingehalten werden. An Qualität arbeiten bedeutete für Zimmer auch, dass Redakteurinnen und Redakteure an ihrer persönlichen Qualität und geistigen Mobilität arbeiten: „Es gibt eine Pflicht zur Weiterbildung!“
Mit Blick auf die „Zeitung 2011“ prognostizierte Zimmer eine Beschleunigung des Auflagenrückgangs allein schon durch die demographische Entwicklung. Hinzu komme die Tatsache, dass es immer noch keine wirksamen Maßnahmen gibt, um den Rückgang besonders bei jungen Leserinnen und Lesern zu stoppen.
Für die Journalistinnen und Journalisten der Zukunft sah er 2007 die Herausforderung der multimedialen Arbeitsorganisation und die zunehmende Spezialisierung. Permanente Schulung und konsequente Weiterbildung seien unabdingbar – „doch wenn Sie mich fragen, ob Sie unter dieser Voraussetzung künftig sichere Arbeitsplätze haben werden, kann ich Ihnen nur sagen: Nein! Sie haben nur eine Chance, wenn Sie richtig gut sind.“

Die Dokumentation der 1. ITZ Zukunftswerkstatt „Zeitung 2011“ steht auf der Website der ITZ:
http://www.initiative-tageszeitung.de/fileadmin/seminare/itz_zukunft1_bi_14_06_07.pdf

Journalismusstiftung, staatsfern

ssd. 1,6 Millionen Euro: Die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) hat am 13. Dezember 2013 die Gründung einer Journalismusstiftung mit dem schönen Namen „Vielfalt und Partizipation“ beschlossen und für die „Förderung innovativer Angebote der Aus- und Fortbildung von Journalisten“ einen durchaus respektablen Jahresetat zur Verfügung gestellt. Schließlich soll die Akzeptanz von Qualitätsjournalismus gefördert werden.
Die von Medienstaatssekretär Marc Jan Eumann ins Gespräch gebrachte Professur für Lokaljournalismus und Recherchestipendien scheinen vorerst vom Tisch. LfM-Direktor Jürgen Brautmeier betont die Staatsferne der Stiftung, die durch das Andocken an die LfM gesichert sei. Die Stiftung wird als gemeinnützige GmbH gegründet. So werden Türen für weitere Gesellschafter, vor allem Partner aus der Medienbranche, geöffnet.
Wenn sich Brautmeiers Pläne durchsetzen, stehen wir vor einem unerhörten Wandel in der NRW-Bevölkerung. Wichtig ist ihm vor allem, den „Mediennutzern ein Bewusstsein dafür zu vermitteln, dass Qualität im Journalismus durchaus seinen berechtigten Preis hat.“
Die LfM Pressemitteilung zum Thema steht hier.